Samstag - 3.11.2018 - 19.00 Uhr - Haus der Jugend

Over the Fence

オーバー・フェンス
Oba Fensu

Beziehungsdrama
2016, Blu-ray, 113 Minuten, Original mit englischen Untertiteln, FSK: nicht geprüft

Regie: YAMASHITA Nobuhiro. Drehbuch: TAKADA Ryo nach einem Roman von SATO Yasushi. Kamera: KONDO Ryuto. Musik: TANAKA Takuto. Weltvertrieb: CREi Inc. Darsteller: ODAGIRI Joe, AOI Yu, MATSUDA Shota, KITAMURA Yukiya, MITSUSHIMA Shinnosuke.

Shiraiwa ist in seine Heimatstadt zurückgekehrt: geschieden, nicht mehr ganz jung – und arbeitslos. Deshalb besucht er auch einen Tischlereikurs, denn er braucht das Arbeitslosengeld und das gibt es nur, wenn er an der Fortbildung teilnimmt. So hofft er eine Perspektive zu finden, die er nicht hat, weder beruflich, noch privat. Eines Tages sieht Shiraiwa in einem Club Satoshi, wie sie leidenschaftlich den Balztanz eines Straußenvogels nachahmt. Er ist fasziniert und irritiert zugleich. Und er wünscht sich, sie näher kennenzulernen, nicht zuletzt, weil sie auch an ihm interessiert zu sein scheint. Doch der Austausch von Nähe und Intimität gestaltet sich weit schwieriger, als erwartet, denn hier begegnen sich zwei Menschen, die am Leben scheitern. Der eine traumatisiert und antriebslos, die andere geht keiner Konfrontation aus dem Weg. Warum sie immer wieder austickt, das verrät der Film nicht und auch Shiraiwas Vorgeschichte wird nur knapp abgehandelt. Stattdessen sehen wir, wie schwierig es sein kann, im Leben Fuß zu fassen. Man geht jeden Tag zur Arbeit, tut, was nötig ist , kommt nach Hause – und nichts geht mehr…

Trotz tieftrauriger Momente ist der Film aber auch heiter und stellenweise sogar komisch. Gerade die gemeinsamen Szenen von ODAGIRI (Her Love Boils Bathwater) und AOI sind einerseits sehr anrührend aber auch sehr witzig, denn die beiden schaffen es wunderbar authentisch in die zerrissenen Figuren zu schlüpfen, die sie darstellen. Man wünscht ihnen unwillkürlich, dass sie es schaffen mögen, ihren Weg im Leben zu finden.

YAMASHITA Nobuhiro, 1976 in Aichi geboren, studierte an der Osaka University of Arts und arbeitete bei Planet Studyo +1. Mit seinem ersten Langfilm Hazy Life (1999) gewann er beim Yubari International Fantastic Film Festival den Off Theatre Prize. Der kommerzielle Durchbruch gelang ihm mit der Komödie Linda Linda Linda (2005). Durch seinen unverkennbaren Stil zählt er zu den wichtigsten japanischen Filmemachern.

Weitere Filme: The Matsugane Potshot Affair (2006); My Back Page (2011); Tamako in Moratorium (2013).